Alles ist schön, wenn man mit sich selbst zufrieden ist.

Ida Wagner ist ihrer Heimat, den Philippinen, immer noch sehr verbunden. Die Deutsch-Philippinische Gesellschaft, bei der sie den Vorsitz hat, hat etwa 50 Mitglieder und besteht hauptsächlich aus Frauen, die sich oft treffen.

Die gemeinsame Geschichte und Kultur verbindet. „Ich bin auf den Philippinen katholisch erzogen worden. Meine Hobbys sind die 3 „T´s“ aus den Philippinen: Telefonieren, Tsismis (Tratschen), Tanzen,“ sagt sie und lächelt verschmitzt. In Deutschland sind Paläontologie, Mineralogie, internationale Trachten und eine Puppensammlung als Hobbies hinzugekommen.

1941 wurde Frau Wagner geboren. Sie stammt von der Insel Samar, am Pazifik gelegen. Sie hatte eine glückliche Kindheit und studierte später Lehramt und Jura. Sie ist sehr stolz auf ihre Ausbildung. „Es ist wichtig, dass man eine gute Ausbildung bekommt,“ meint Frau Wagner. Während sie in Äthiopien als Lehrerin arbeitete, lernte sie ihren Mann kennen. Er ist Professor für Orientalistik und hatte damals einen Forschungsauftrag in Äthiopien. 1974 heirateten sie und leben seitdem zusammen in Gießen. „Gegen den Willen der Eltern bin ich nach Deutschland gezogen zu meinem Mann. Das war sehr mutig von mir. Jetzt mag meine Familie ihn mehr als mich“.

“Alter ist keine Krankheit.”
Ida Wagner

Wenn man Frau Wagner zum Thema Alter befragt, sagt sie klar: „Alter ist keine Krankheit.“ Sie ist der Meinung, dass, wenn man tief in seinem Selbst zufrieden mit sich ist, man das auch äußerlich sieht. Wenn Frauen sich zum Beispiel mit Botox behandeln lassen, aber unzufrieden sind, dann wird man trotz Botox die Unzufriedenheit in ihren Gesichtern sehen. Frust und Verbitterung kommen an die Oberfläche und können sich nicht mit einem medizinischen Eingriff entfernen lassen. „Aber manche alten Menschen fühlen sich nicht mehr nützlich und spielen daher vielleicht im Alltag keine aktive Rolle mehr. Darunter leiden sie. Ich finde das sehr schade. In vielen Ländern wird gerade der alte Mensch sehr geachtet. Auf den Philippinen wird immer zuerst der Älteste mit einem Handkuss begrüßt. Auch in Afrika und China. Es ist sehr traurig, dass hier in Deutschland zum Beispiel in einem großen Haus mit vielen Mietwohnungen die Menschen sich nicht kennen. Und natürlich ist das auch gefährlich, denn wenn einem älteren Menschen Unfälle passieren, wird das oft nicht entdeckt. Wie furchtbar. Das liest man ja immer wieder auch in Zeitungen. Dabei macht das Reden doch so viel Spaß.“

Dass Frauen heutzutage für den gleichen Job immer noch weniger Gehalt bekommen als die Männer, findet Frau Wagner nicht in Ordnung. Das darf nicht sein. „Auch die Kinderbetreuung ist immer noch ein Problem,“ weiß sie zu berichten. Den jungen Frauen von heute würde sie raten: Akzeptiere dich so wie du bist, denn Du bist großartig. Das Leben macht Freude. Alles ist schön, wenn man mit sich selbst zufrieden ist.