Kreativität und Engagement schenkt auch in schweren Schicksalsschlägen Mut, Kraft und Sinn.

Ute Fabel wurde 1942 in Oldenburg geboren. Nach der Mittleren Reife machte sie eine Ausbildung als Technische Zeichnerin für Maschinenbau und zog 1963 nach Frankfurt, wo sie eine Stelle in einem Ingenieurbüro in Bergen Enkheim bekommen hatte.

1963 heiratete sie, und schon ein Jahr später kam ihr erstes Kind auf die Welt. Doch ihr Baby wurde mit schweren Missbildungen geboren und starb schon nach kurzer Zeit. Das war ein schwerer Schicksalsschlag für Frau Fabel, damals Frau Kraus, und ihren Mann, und es war nicht nur eine Herausforderung, diese Zeit gemeinsam durchzustehen, sondern auch, den Mut zu einem zweiten Kind aufzubringen.

Im Jahr 1968 wurde ihr Sohn und 1972 ihre Tochter geboren. Die Familie lebte einige Jahre in Friedberg, dann zog es sie beruflich nach Gießen; sie bauten in Buseck und lebten 20 Jahre dort. Doch sie mussten erleben, dass auch nach über 30 Jahren das Gelingen einer Ehe keine Selbstverständlichkeit ist, und die Ehe wurde geschieden. Heute verstehen sich Frau Fabel und ihr damaliger Mann gut. Sie haben erkannt, dass man auch nach einer Scheidung Familie bleibt, und haben es geschafft, dafür ein gutes Einvernehmen zu entwickeln.

“Die Musik half mir durch schwere Zeiten in meinem Leben.“
– Ute Fabel

Frau Fabel ist eine begeisterte Musikerin. Sie spielt Flöte in verschiedenen Gruppen und singt in mehreren Chören. Die Musik half ihr, neu zu beginnen, und sie lernte ihren zweiten Mann 1998 im Oratorienchor des Stadttheaters Gießen kennen. Ihre gemeinsame unbeschwerte Zeit dauerte nur vier Monate, dann trafen sie neue Schicksalsschläge, als ihr Mann schwer erkrankte. Bei einer Operation im Jahr 2004 trug er als Folge einer Operation eine Querschnittslähmung davon. Als er 2005 endlich nach Hause kam, erlebte das Paar eine intensive Zeit des Glücks miteinander, bevor im Jahr 2006 Bauchspeicheldrüsenkrebs bei ihrem Mann diagnostiziert wurde, und er noch im gleichen Jahr starb. In ihrer Ehe hatte Musik eine große Rolle gespielt: Sie genossen das gemeinsame Singen im Chor und viele gemeinsame Konzertbesuche. Auch in der Zeit der Trauer und den Jahren des Alleinseins fand Frau Fabel mit Hilfe der Musik immer wieder Freude und Gemeinschaft in Chören und im Wettenberg-Quintett. Bei ihrer Mithilfe bei der Tafel in Linden erlebte sie nicht nur, wie gut es tut, Menschen in Not zu helfen, sondern auch, welch tolles Miteinander die Helfer dabei erleben können. Und last non least erlebte sie durch ihr politisches Engagement bei der CDU seit den 80er Jahren viele Erfolge, viel Sinn und viele Mitgestaltungsmöglichkeiten. Außerdem ist sie Mitglied bei „Mentor Gießen“ und hat eine Lesepatenschaft für ein Kind übernommen. Ihr Leben zeigt, wie Kreativität und Engagement auch in schweren Schicksalsschlägen Mut, Kraft und Sinn schenken.