Jeder ist ein wertvolles Wesen und hat besondere Gaben. Jeder hat Fähigkeiten und kann diese auch entdecken.

Silvia Fahima wurde 1944 in Grünberg in Schlesien geboren. Im Januar 1945 musste ihre Mutter mit dem Baby im Kinderwagen überstürzt vor dem herannahenden russischen Heer fliehen..

Unter dramatischen Umständen überlebten sie die Flucht, vorbei an dem brennenden Dresden, Gewehrmündungen vor Augen, Leichen am Wegesrand, mit Babynahrung im Rucksack, und fanden schließlich im bayrischen Zwiesel Unterschlupf. Als ihr Vater nach der Kriegsgefangenschaft dort ankam, reiste die Familie weiter nach Leihgestern, wo das Backhaus vorübergehend ihr Zuhause wurde. Es prägte die Familie und auch Silvias Kindheit tief, ohne jeden Besitz ein „Niemand“ in der Fremde zu sein und es allen recht machen zu wollen, um nicht aufzufallen.

Silvia Fahimas Mutter war der Wert einer guten Ausbildung sehr bewusst, und sie setzte durch, dass ihre Tochter das Gymnasium besuchen konnte. Nach dem Abitur studierte sie Erziehungswissenschaften und arbeitete in Biedenkopf viele Jahrzehnte als Lehrerin an der Grundschule und der Realschule.

Als Silvia Fahima ihren späteren Mann, einen Iraner, kennenlernte, hatte sie zunächst große Befürchtungen vor der Reaktion ihrer Eltern wegen der Freundschaft mit einem Ausländer. Doch ihre Eltern waren wider Erwarten freundlich und aufgeschlossen. Im Jahr 1974 heiratete das Paar und bekam in den Jahren darauf zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. Frau Fahima brachte sich selber persisch bei. Doch die Ehe war nicht glücklich. Frau Fahima hatte nie gelernt, sich selber wichtig zu nehmen, „Nein“ zu sagen und Entscheidungen für sich zu treffen. Sie harrte in der Ehe aus bis sie 2001. Sie musste schließlich aus gesundheitlichen Gründen mit ihrer Arbeit aufhören.

“Begegne anderen Menschen mit Achtung und Respekt.”
PSilvia Fahima

Da ihre Mutter Hilfe brauchte wegen einer Hüftoperation betreute sie sie später. 2005 ließ sie sich scheiden. Erst nach dem Tod ihrer Mutter lernte Silvia Fahima, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und ihre Wünsche zu äußern. Sie ist stolz darauf, dass sie es geschafft hat, nach der Trennung wieder am Leben teilzunehmen und aus ihrem Leben etwas zu machen. Es war schon immer ihr Anliegen, alte und junge Menschen zusammenzubringen, daher engagiert sie sich im Verein „Alter und Jugend“. Sie hat entdeckt, wie heilsam singen und malen für die Seele ist, und neue Menschen kennengelernt. Vor der neuen Technik hat sie keine Berührungsängste: Den Umgang mit Tablet und Laptop hat sie schnell gelernt.

Frau Fahima sieht ihre Lebensaufgabe darin, sich wertzuschätzen und lieben zu lernen und damit auch anderen Menschen so zu begegnen: mit Achtung und Respekt. Ihr Lebensmotto ist: Jeder ist ein wertvolles Wesen und hat besondere Gaben. Jeder hat Fähigkeiten und kann sie auch entdecken.